An:
Frau Reiche (aus Brandenburg-parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt),
Frau Klatt (Bürgermeisterin von Thyrow),
Herrn Berger (Bürgermeister von Trebbin)

Sehr geehrte Frau Reiche, sehr geehrte Frau Klatt, sehr geehrter Herr Berger,
auch wenn einige Bürger in unserer Region denken, sie seien zu alt für ein Umdenken für die Herstellung von regenerativer Energie und der damit verbundenen Schaffung von vielen neuen Arbeitsplätzen, möchte ich Ihnen meine Meinung als Unternehmer und Steuerzahler in unserer Region nahebringen.

Es bedarf einer Politik die die Dinge voranbringt. Leider hat Thyrow sich für weitere fünf Jahre mit einem Stromoligarch als Versorger vereint. Es ist an der Zeit, dass hier ein Umdenken stattfindet.

In Umfragen hat man festgestellt, dass ca. 80% der Deutschen sich erneuerbare Energie wünschen. Das war noch vor Fukushima! (Siehe: http://www.unendlich-viel-energie.de/de/strom/detailansicht/article/113/akzeptanz-der-erneuerbaren-energien-in-der-deutschen-bevoelkerung.html)

Bereits 2007 gab es ein Projekt "Kombikraftwerk" (http://www.kombikraftwerk.de/index.php?id=29). Hier konnte man sehen, wie verschiedene Regenerativenergien ineinander greifen. Durch die Kombination von Wind- und Solarenergie, von Bioenergie und Wasserkraft konnte man Schwankungen ausgleichen, so dass eine kontinuierliche Stromversorgung gewährleistet wurde. Dieses Projekt wurde vom Umweltministerium gefördert. Trotzdem entschied man sich 2010 für die Laufzeitverlängerung für AKW’s.

Wenn Sie genau hinschauen, werden Sie erkennen, dass mittlerweile 43% der Bevölkerung an Orten wohnen, an denen gezielt an einer Energiezukunft gearbeitet wird. Diese Regionen werden sich in naher Zukunft alleine mit Strom versorgen.

Für unsere Region ist mehr als alles vorhanden. Wo bleibt der politische Anschub? Es muss dort Energie und Strom erzeugt werden, wo er verbraucht wird. Bei den Haushalten in den Städten/ Dörfern sind es die Dächer die genutzt werden müssen um Strom und Wärme herzustellen.

Wettbewerbsfähig? : Transport und Dienstleistung

Auf dem Land wird man ohne Transport / Fahrzeuge nicht vorankommen. Wie sollen die Handwerker ihre Arbeit verrichten?. Schon jetzt sind die Kosten für Treibstoff in einer Höhe, die kaum umsetzbar sind. Und das ist erst der Anfang. Denken Sie an ihre Gewerbesteuer!
Durch diese "dicke Einnahmequelle" für Benzin fühlt sich der Staat zwar wohl, jedoch werden uns Unternehmer und Dienstleister die Kosten zukünftig erdrücken. Alles wird zusehend teurer. Ob Benzin, Lebensmittel, Materialien für die Handwerker, einfach alles wird teurer!
Es ist absolut wichtig, dass wesentlich mehr (strahlungsarme/ bzw. abgeschirmte) Elektrofahrzeuge auf den Markt kommen, so dass gerade die Menschen auf dem Land sich fortbewegen können. Nur wer beweglich ist, wird in Zukunft eine Chance haben.

Die Autoindustrie ist dabei, die Kolibribatterie (hier wurden erfolgreich 600 Kilometer mit einer Batterieladung gefahren) nicht auf dem Markt kommen zu lassen. Sicher, die haben Millionen in ihre Entwicklung gesteckt und immer noch nicht das Richtige gefunden. Wie kann es sein, dass ein Heimchemiker (dies ist nicht despektierlich gemeint) in Berlin/Marienfelde –DBM Energy– eine Batterie entwickelt, die alles kann was wir zum Vorankommen benötigen? Für Sie „um die Ecke“ … wo bleibt die Unterstützung. Diese Batterie wäre ideal, die Sonnenenergie im Keller zu speichern, so dass Mama auch noch abends die Waschmaschine betreiben könnte. Auch wenn Herr Brüderle dieser Firma eine große Zukunft bescheinigt hat, wird diese Batterie wohl nie auf dem Markt kommen. Warum? Bitte nehmen sie sich diesem Thema an.
Und wenn sich dann noch Batterieversorungsstationen (die Fa. Betterplace hat hier den Ansatz aufgezeigt) in Deutschland durchsetzen, dann könnten wir fahren, ohne dass wir in unserer Fortbewegung beeinträchtigt werden.
Würden alle Autos in Deutschland mit Strom betrieben werden, dann benötigen wir ca. 12% mehr Strom. Bei den Energiequellen die wir zur Verfügung haben könnten, sollte das möglich sein. Und das ohne Kohle und Atomkraft!

Die „kleine“ Anfrage zum Netzausbau:

Bitte nehmen Sie sich die Zeit, zu diesem Thema eine Stellung zu beziehen und evtl. ihre Berufskollegen einzubeziehen.
Stimmen die Recherchen der GUT. wird seit 10 Jahren versucht 1.000 Kilometer Stromkabel zu verlegen.
Stimmen die Recherchen der GUT. sind seitdem gerade einmal 80 Kilometer Kabel verlegt worden.
Welch eine Geschwindigkeit, die das doch so fortschrittliche Land hervorbringt. Natürlich wird hierzu immer wieder das Argument „Bürgerproteste“ ins Feld geführt. Die Ansicht des Reports von Frontal 21 (https://www.youtube.com/watch?v=QW04bNYKkL0) klärt Hintergründe zu diesem „Totschlagargument“.

„Bürgerproteste“ beziehen sich also vielmehr auf ein Mitspracherecht zur Gestaltung des jeweils persönlichen Lebensumfelds. Um hier den sogenannten „Problemen“ aus dem Wege zu gehen, sollte man dringend darüber nachdenken, die vorhandenen Bahntrassen verwenden.
Wussten Sie, dass die Bahn ein eigenes Stromnetz hat? Und wer ist Eigentümer der Bahn? Richtig, Deutschland. Wieso macht die Politik hier nichts?
Immerhin werden eine Menge Gleise in Deutschland nicht mehr genutzt. Auch die benutzten Gleise können hervorragend genutzt werden, um den Strom vom Norden nach dem Süden zu liefern. Andersrum ebenso. Die meisten Städte haben Bahnhöfe, so dass hier hervorragend neue Elektroleitungen direkt zu den Verbrauchern verlegt werden können.

Dinge unternehmen – Ergebnisse erzielen – parteipolitische Vorgaben vergessen:

Es gibt so viele Ansätze in Deutschland um ein Zeichen zu setzen. Mir geht es letztendlich darum, dass wir in unserem regionalen Bereich etwas für die Zukunft machen. Sie sind verantwortlich als Bürgermeister, Herr Berger – jung genug um hier ein Umdenken einzuleiten. Nur durch Schaffung zusätzlicher Jobs können Sie die Veralterung unserer Region aufhalten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei. Meiner Unterstützung als Unternehmer, Steuerzahler und unmittelbar Betroffener seien Sie sich Gewiss.

Mit freundlichen Grüßen,
Frank Grädler
(Geschäftsführer der Grädler Fördertechnik GmbH / Grädler Umwelttechnik GmbH)

P.S.: Denken sie daran, die Energie muss da erzeugt werden, wo sie verbraucht wird. Nur so erreicht man ein stabiles Netz. Ein Haus steht stabiler auf mehreren kleinen Pfählen, als auf einem dicken, trägen Pfahl.