Mit der EEG-Novelle 2014 haben wir ja jetzt eine Belastung des Eigenverbrauchs von EE-Anlagen. Das spart Kosten bei der EEG-Umlage und trägt zum sozialverträglichen Strompreis bei. Super. Aber warum der Eigenverbrauch von Atomkraftwerken und Kohlekraftwerken nicht belastet wird, ist uns auf Anhieb nicht ganz klar geworden.

Also haben zunächst die Bürger-Hotline zur EEG-Reform angerufen und mal nachgefragt, wie sich denn die EEG-Umlage-Belastung des Eigenverbrauchs auswirkt:

Unsere Fragen:
Wieviel (in Euro) brächte die Belastung des Eigenverbrauch von AKW's und Kohle-KW's in die Kasse der EEG-Umlage?
Oder, anders gefragt, mit wieviel (in Euro) schlägt die Nichtbelastung der AKW's und Kohle-KW's insgesamt zu Buche?
Experten und IT-Recherchen weisen einen Betrag von 2 Mrd. Euro aus. Stimmt das?

Die Dame vom Bürgertelefon konnte da nicht direkt weiterhelfen, uns jedoch an die richtige Stelle im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie verweisen. Und die Antwort liegt uns jetzt vor:

Zitat:
Als Kraftwerkseigenverbrauch wird der zur Stromerzeugung im Kraftwerk benötigte Stromverbrauch bezeichnet.
Aufgrund der Bestandsschutzregelung wäre bei einer Einbeziehung des Kraftwerkseigenverbrauchs von neuen Kern- und Kohlekraftwerken grundsätzlich erst mittel- bis langfristig ein Aufkommen durch neue Kraftwerke erwartbar. Dabei ist zu berücksichtigen, dass neue Kernkraftwerke aufgrund des Atomenergieausstieges nicht gebaut werden und die Lebensdauer von Kraftwerken generell relativ lang ist. Zudem würden auch Ersatzinvestitionen durch die Bestandsschutzregelung befreit, so dass nur ein Teil der neugebauten Kohlekraftwerke umlagepflichtig würde. Ferner liegt die zu zahlende Umlage bei Eigenverbrauch in den kommenden Jahren zeitlich gestaffelt bei 30- 40% der EEG-Umlage.
Das genannte Aufkommen von 2 Mrd. € pro Jahr erscheint aufgrund dieser Einschränkungen auch langfristig unrealistisch.

(Zitatende)

Aha. Und wir haben gedacht, das beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie richtig knallharte Daten, Statistiken und handfeste Fakten vorliegen. Aber "erscheint auch langfristig unrealistisch" klingt in unseren Ohren irgendwie nach "also soooo genau lässt sich das jetzt auch nicht sagen". Schade eigentlich. Hier hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Chance verpasst mit unseren eigenen Fehl-Berechnungen oder z.B. den wohl falschen Daten und Angaben (* Quelle siehe Fußzeile) vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) und Greenpeace e. V. ein für allemal aufzuräumen. Denn die Berechnungen und Angaben aus der Studie "Wirkung einer EEG-Umlage auf den Kraftwerkseigenverbrauch" können ja nicht stimmen, sonst wäre die Belastung des Eigenverbrauchs von AKW's und KKW's doch längst umgesetzt, oder ? Und so bleibt und hält sich hartnäckig das Gerücht, das das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aktuell 2,4 Mrd. Euro und eine Verringerung der EEG-Umlage um 10 Prozent verschenkt. Positive Nebeneffekte auf den Börsenstrompreis und Steigerung der Sozialverträglichkeit noch nicht eingerechnet.

*Quelle:
https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/2014-04-17_bund_greenpeace_eeg-umlage_auf_eigenverbrauch_energybrainpool_.pdf