19 Mai 2017
CO2 Kreuzfahrt

Ich kann keinem Passagier empfehlen, sich lange an Deck eines Kreuzfahrtschiffes aufzuhalten.

Dieser Satz ist ein Zitat aus dem NABU-Bericht »Erneuter Beleg für hohe Abgasbelastung bei Kreuzfahrtschiffen« vom Mai 2017. In diesem Bericht bewertet Dr. Michael Barczok, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Pneumologen, die neuerlichen Messungen an Bord der AIDA Sol als höchst gesundheitsgefährdend. Zitat: "Die Abgaswerte sind extrem hoch. Crew und Passagiere an Bord werden einer Konzentration von Luftschadstoffen ausgesetzt, die weit über dem Niveau stark befahrender Straßen liegen. Ich kann keinem Passagier empfehlen, sich lange an Deck eines Kreuzfahrtschiffes aufzuhalten." Zitatende

Das ein einziger Ozeanriese auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe ausstösst wie fünf Millionen Pkw auf gleicher Strecke – dazu konnten wir uns einen Kommentar nicht verkneifen (siehe »Das Kreuz mit den Kreuzfahrten«) .
Und wenn jetzt verdeckte Abgasmessungen des ARD-Magazins "Plusminus" die AIDA Prima als Dreckschleuder entlarvt haben, und das ZDF-Magazin "WISO" während einer Kanarenkreuzfahrt auf der AIDA Sol ebenfalls eine alarmierende Konzentration gesundheitsgefährdender ultrafeiner Partikel gemessen hat und wenn 38 Prozent der Stickoxide und 19 Prozent des Feinstaubs in der Hansestadt Hamburg aus der Belastung der Seeschifffahrt stammen (siehe NABU-Bericht: »Kreuzfahrtbranche glänzt durch Greenwashing«), dann fällt auf: Es gibt absolut nichts Neues.

Wer die Berichte aus 2013 mit denen aus 2016 und 2017 vergleicht, könnte zu dem Schluss kommen, dass die umweltverachtende und gesundheitsschädliche Geschäftspolitik der Kreuzfahrtunternehmen nichts an Fahrt verloren hat. Die Kreuzfahrtunternehmen weigern sich offensichtlich weiterhin sehr erfolgreich, die Forderungen nach dem Einsatz von Rußpartikelfiltern nachzukommen.

Rettungsweste mit integrierter Gasmaske

Deshalb gehen wir jetzt erstmal nicht davon aus, dass Daten der WHO oder Appelle des NABU in der Zukunft irgendeine Wirkung verursachen. Also denken wir pragmatisch und präsentieren hier ein paar nachhaltige Vorschläge zur Verbesserung der Situation ohne grosse Kosten.
Unser Appell an die Veranstalter: Legen sie ab sofort jeder Rettungsweste eine Gasmaske bei – am besten integriert als modische Applikation. Das Tragen dieser lebensrettenden Kombi machen Sie zur Pflicht, solange die Maschinen laufen. Alternativ verlegen sie das Unterhaltungsprogramm an Bord in Räumlichkeiten entgegengesetzt der jeweiligen Windrichtung. Oder sie verlängern nachträglich die Schornsteine – sagen wir mal – so um 50 Meter? Dann muss auch nachts niemand umziehen. Als flankierende Massnahme raten wir zu einer All You Can Drink Around The Clock Happy Hour mit Getränken auf Hustensaft-Basis – natürlich auch on the rocks mit Cocktail-Schirmchen. Dann organisieren sie bitte noch regelmässige Sport- und Abenteuer-Events im Maschinenraum – das macht die Lungen wieder frei.

Oder sie lassen Passagiere und Crew einfach unterschreiben, dass sie für gesundheitliche Schäden, die durch die alarmierende Konzentration gesundheitsgefährdender ultrafeiner Partikel verursacht werden, keine Haftung übernehmen. Oder steht das bereits in den Reiseunterlagen im Kleingedruckten?

Dann nix für ungut,
Ihre GUT.

P.S.: Und da sie im jeweiligen Hafen die Maschinen weiter laufen lassen, mengen sie bitte dem Schweröl einfach etwas Pigment bei – die farbigen Raucheffekte sind als stadtweiter Spezial-Event eine tolle Sache – und alle fühlen sich gleich viel besser.

P.S.P.S.: Danke.

Quellen:
Bericht »Erneuter Beleg für hohe Abgasbelastung bei Kreuzfahrtschiffen« | NABU
Bericht »Kreuzfahrtbranche glänzt durch Greenwashing« | NABU
Abbildung »intographics« | CC0 Public Domain | with special thanks to intographics.gr

19 Mai 2017
CO2 Kreuzfahrt

Ich kann keinem Passagier empfehlen, sich lange an Deck eines Kreuzfahrtschiffes aufzuhalten.

Dieser Satz ist ein Zitat aus dem NABU-Bericht »Erneuter Beleg für hohe Abgasbelastung bei Kreuzfahrtschiffen« vom Mai 2017. In diesem Bericht bewertet Dr. Michael Barczok, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Pneumologen, die neuerlichen Messungen an Bord der AIDA Sol als höchst gesundheitsgefährdend. Zitat: "Die Abgaswerte sind extrem hoch. Crew und Passagiere an Bord werden einer Konzentration von Luftschadstoffen ausgesetzt, die weit über dem Niveau stark befahrender Straßen liegen. Ich kann keinem Passagier empfehlen, sich lange an Deck eines Kreuzfahrtschiffes aufzuhalten." Zitatende